Leistung aus Prinzip
mit 2 Weltkriegen und 4 verschiedenen Währungen.
Die Eisengießerei Heger und Müller OHG wurde am 1. März 1902 gegründet. Karl Heger und Ludwig Müller erwarben die Borkenmühle sowie eine Schamottefabrik, um ihr eigenes Unternehmen aufzubauen. Obwohl auch Karl Heger wusste: "Die gegenwärtigen Zeiten sind gerade nicht danach, ein neues Geschäft zu gründen."
Nichts überließ der nicht mehr ganz so junge Jungunternehmer dem Zufall. Von Beginn an setzte Karl Heger das in der Buchhaltung als absolute Neuheit geltende amerikanische Journal ein, das noch bis vor gar nicht allzu langer Zeit in den Schulen gelehrt wurde.
12 Jahre leiteten Karl Heger und Ludwig Müller das Unternehmen. In dieser Zeit wuchs die Belegschaft auf über 100 Mitarbeiter an. Was man heute Geschäftsphilosophie nennt, klang damals so: „Für guten und sauberen sowie dichten Guss kommen wir auf und werden dafür auch den aufs genaueste kalkulierten billigsten Preis in Anschlag bringen, weil es stets unser Bestreben ist, nur durch besten Preis sowie höchste Qualität uns vorwärts zu bemühen.“
1914 starb Karl Heger. Die Witwe des Firmengründers, Christine Heger übernahm den Betrieb, ein paar Jahre später schied Ludwig Müller aus dem Betrieb aus.
Jakob Heger, eines von neun Kindern, wuchs mehr und mehr in die Rolle seines Vaters. Lina Heger repräsentierte den Betrieb nach außen hin, robust und selbstbewusst.
Das Produktionsprogramm bestand in der ersten Zeit aus Landwirtschaftsguss und Handelsguss, darüber hinaus wurde Guss produziert, der sich zum Emaillieren eignet. Die Produktpalette wurde ständig erweitert. Abschlussrohre, Jauchepumpen, Konsolen, sanitärer Guss, ganze Stalleinrichtungen, gusseiserne Treppenhäuser, Maschinenguss für die chemische Industrie, Zylinderguss für Dampfturbinen und -kompressoren, Maschinenguss für die elektrotechnische Industrie, gusseiserne Öfen Rüststäbe für die Eisenbahn. und sogar Herdroste.
Jakob Heger und sein jüngerer Bruder Hans, 1926 in die Firma eingetreten, gründeten eine Spezialfabrik für Fleischereimaschinen. Trotz Weltwirtschaftskrise konnten Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden. Erst 1944 wurde dieser Betrieb eingestellt. Der Grund: Fleisch- und Wurstwaren waren knapp.
Jahrelang waren sogenannte Hängelager ein gefragtes Produkt. Von den 30er bis Mitte der 50er Jahre war die Konjunkturphase der Univeral Obst- und Weinpressen. Die verstärkte Spindelkelter mit hydraulischem Druckwerk wurde als deutsches Reichspatent eingetragen. Auch nach dem Krieg war Heger und Müller Marktführer auf dem Gebiet der hydraulischen Doppelkolbendruckwerke im Bereich der Obst- und Fruchtpressen.
Schon 1950 konnte an einen betrieblichen Wohnungsbau für die Belegschaft gedacht werden. Hans Heger, der nach dem frühen Tod von Jakob Heger von 1948-65 das Unternehmen alleine führte, war der Initiator dieser Arbeitsgemeinschaft Eigenheim. Die Anwesen in der Heidestraße sind noch heute bis auf eine Ausnahme im Besitz der Nachkommen.
Hans Hegers Frau Josephine wirkte als Geschäftsführerin noch lange über seinen Tod hinaus.
Bevor Hans Heger mit 26 Jahren nach Enkenbach zurück kam, war er übrigens erfolgreicher Test- und Werkfahrer der Motorradmarke Patria WKC. Zweifellos hätte er auch als Rennfahrer eine glänzende Karriere machen können.
1966 übernahm Hans-Jakob nach dem Tod seines Vaters die alleinige Geschäftsführung. Er erbte nicht nur das unternehmerische Talent des Vaters, sondern auch das soziale Engagement und förderte die Infrastruktur des Dorfes Doblopinar in Anatolien, aus dem viele der türkischen Arbeitskräfte bei Hegerguss stammten.
Ab 1954 konzentrierte sich das Unternehmen in steigendem Maße auch auf den Apparatebau: Rohrleitungen, Lagerbehälter, Rührwerke, Doppelschnecken, Pressen aus Stahl und Sonderstählen. Ab 1978 werden ausschließlich hochwertiger Bauteile gegossen, auf höchstem technischem Niveau. Seit 1989 firmiert das Unternehmen unter dem Namen Hegerguss.
Hans-Jakob Heger erkannte den Wert der Region für Unternehmen. Kunst und Kultur werden gefördert, eine Sammlung aktueller pfälzischer Kunst ist im Aufbau; und als Präsident von Pfalzmetall engagierte er sich weit über das eigene Unternehmen hinaus..
2002, zum 100jährigen Firmenjubiläum, übergab Hans-Jakob Heger die alleinige Firmenleitung an seinen Sohn Johannes, der schon seit 1995 Mitgeschäftsführer des Unternehmens ist. In seinen Händen besteht das Unternehmen die Herausforderungen der Zeit, die eine moderne, innovative Gestaltung verlangen, sowohl auf der technischen Seite wie auch in der Betriebsführung. Hegerguss setzt die neuesten Entwicklungen ein, arbeitet mit Universitäten zusammen und entwickelt sogar eigene Software für Wissensmanagement.
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